
“Steh auf, Petrus, schlachte und iss!” Apostelgeschichte 10,13
Petrus war entsetzt und schockiert! In einer Vision hatte ihm der Herr ein leinenes Tuch gezeigt, in dem sich allerlei kriechendes Getier und Vögel des Himmels befanden. Dann wurde er aufgefordert: “Schlachte und iss!” Angewidert wandte sich Petrus ab und antwortete: “Oh nein, Herr; denn ich habe noch nie etwas Verbotenes oder Unreines gegessen.” Obwohl dreimal aufgefordert, war Petrus nicht bereit, der Aufforderung Jesu nachzukommen, auch dann nicht, als ihm der Herr sagte: “Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht verboten.”
Petrus konnte nicht erkennen, was ihm Gott zeigen wollte. Doch während er noch verwirrt den Kopf schüttelte und über das Geschehen nachdachte, klopfte jemand an die Tür. Zwei Bedienstete eines römischen Hauptmanns, mit Namen Kornelius, fragten nach ihm und baten ihn, in das Haus ihres Herrn zu kommen. Ein Engel sei ihm erschienen und habe ihn aufgefordert, Petrus holen zu lassen. Am nächsten Tag machte sich der Jünger Jesu auf, um mit den Männern zu ziehen. Als er das Haus des Römers betrat, stellte er fest, dass der alle seine Verwandten und engste Freunde eingeladen hatte. Und alle warteten darauf, was er ihnen zu sagen hatte.
Inzwischen war Petrus klar geworden, was ihm der Herr in seiner Vision und nun an diesem Ort klarmachen wollte. Daher begann er seine Ausführungen mit den Worten: “Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremdling umzugehen oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen meiden oder unrein nennen soll.” Und er fügte hinzu: “Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.”
Petrus war ein Jude und fest in der jüdischen Tradition verankert. Ein Haus, in dem ein “Heide” wohnte, hatte er zuvor noch nie betreten. Menschen aus anderen Nationen galten in seinen Augen als unrein, weshalb er sich von ihnen fern hielt. Nun aber hatte das Erlösungswerk Christi alles verändert: Für Gott gab es keine Ausgeschlossenen und Unreinen mehr. Das Blut Jesu war für alle vergossen worden, sein Tod galt allen.
Petrus hatte erkannt, dass Gott zwischen einem Juden und einem Nichtjuden keinen Unterschied mehr machte. Das Kreuz Christi hatte die trennende Mauer niedergerissen, die zuvor zwischen den Juden und allen anderen Völkern hoch aufragte und sie voneinander trennte. Der Zaun, den das mosaische Gesetz aufgerichtet hatte, war abgebrochen, jede Feindschaft war beendet.
Gott hatte Frieden gemacht und die Welt mit sich selber versöhnt – nicht nur den jüdischen Teil der Welt, sondern auch den der Nationen. Jetzt bot er jedem seine Vergebung an, ganz gleich, woher er kam und von wem er abstammte. Sein Angebot galt demnach auch allen, die sich im Haus des römischen Hauptmanns Kornelius versammelt hatten.
Ihnen erzählte Petrus nun von Jesus, dem “Herrn über alle”. Ihn hatte Gott auf diese Erde gesandt und mit dem Geist Gottes gesalbt. Wo er hinkam, dort tat er Gutes. Er machte Menschen gesund und befreite die, die sich in der Gewalt des Teufels befanden. Schließlich berichtete Petrus vom Kreuzestod und der Auferstehung Jesu. Er sprach davon, wie ihnen der Auferstandene erschienen war und sie beauftragte, allen zu bezeugen, dass Gott ihn zum Richter der Lebendigen und der Toten bestimmt hat. Und Petrus endete mit den Worten: “Von diesem bezeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.”
Noch während Petrus sprach, fiel der Geist Gottes auf alle, die dem Wort zuhörten. Christus bestätigte das Wort seines Gesandten. Verständlich, dass im Hause des Kornelius lauter Jubel ausbrach und alle Anwesenden Gott laut lobten.
Gott macht keinen Unterschied: Er nimmt jeden auf, der durch Jesus Christus, seinen geliebten Sohn, zu ihm kommt. Das Opfer Jesu gilt allen, die an ihn glauben. Wer seinen Namen anruft, dem wird Vergebung und Heil zuteil. An Pfingsten waren dreitausend Juden zu ihm gekommen, und er hatte sie alle aufgenommen. Nun tat er dasselbe auch mit Kornelius und den Seinen!
Der Apostel Paulus, als er in Athen war, sagte: “Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun. Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.”
Was Gott gereinigt hat, das dürfen wir nicht mehr unrein erachten. Jeder Mensch ist ihm gleich kostbar und in seinen Augen überaus wertvoll. Jeder, der im Glauben zu ihm kam und nun Christus angehört, gehört damit auch zur Familie Gottes. Demnach lässt Gott uns keine Wahl – wir müssen jeden aufnehmen, den er aufgenommen hat! Deshalb fordert uns die Schrift auf: “Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.”
Was wollen wir also tun, wenn wir erkennen, dass zwischen uns und unserem Bruder eine Mauer steht? Der lebendige Gott fordert uns auf, zu schlachten und zu überwinden, was uns trennen will. Er selbst hat auch geschlachtet, nämlich das Kostbarste, das er besaß – seinen eigenen Sohn! Ihn gab er dahin, damit wir Frieden hätten – Frieden mit ihm und Frieden untereinander! Gott hat sogar das von ihm gegebene Gesetz, mit seinen Geboten und Satzungen, ans Kreuz geheftet, um uns aufnehmen zu können.
Wenn unser Vater also nichts mehr von uns fordert, mit welchem Recht dürfen wir dann Forderungen an unseren Bruder stellen? Und wenn er deiner und meiner Schuld nicht mehr gedenkt, wie können wir sie dann unserer Schwester anrechnen? Auch hier heißt es: “Schlachte und iss!” Lass deine Vorurteile und nimm den auf, den Christus aufgenommen hat!
Willst du mit anderen im Frieden zusammenleben? Dann bringe deine eigene Denkweise und deine Lebensart zum Kreuz! Lass nicht zu, dass deine eigenen Gewohnheiten, persönlichen Vorlieben oder Abneigungen zur Messatte für andere werden. Schlachte deine Vorurteile und Vorbehalte! Schlachte deine Erwartungen und die vielen Forderungen, die du an andere stellst! Gott hat seine Forderungen auch geschlachtet! Nimm in dein Herz auf, wer durch das Blut Jesu gewaschen, gereinigt und geheiligt wurde und mache keine Unterschied.
Schlachte, was dich von deinem Bruder und deiner Schwester trennt!
Christus ist unser Friede! Er will auch dein Friede sein – wo immer du bist und egal, wen du triffst. Du aber sollst auf dieser Erde sein Ausdruck sein, ein Zeugnis grenzenlosen seiner Liebe, einer Liebe, die jede Mauer überwinden kann.
“Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen!”
Mit besten Segenswünschen
Peter